Netzhautablösung

Die Netzhaut ist ein hauchdünnes Gewebe, das aus hundertausenden von Photorezeptoren, Nervenzellen und weiteren verbindenden Zellen besteht. In ihr entsteht das Bild, das dann über den Sehnerv zum Hirn geleitet wird. Die Netzhaut liegt hinten im Auge und ist dort nicht befestigt, sondern wird lediglich durch den Glaskörper, eine gelatineartige Masse, an den Augenhintergrund gedrückt.
Wenn die Netzhaut nicht an ihrem Hintergrund anliegt, spricht man von einer Netzhautablösung. Ist die Netzhaut vollständig abgelöst, ist kein Sehvermögen möglich.
Eine Ursache für die Netzhautablösung ist, dass Flüssigkeit zwischen Netzhaut und Augen-Hintergrund gelangt. Dabei wird zwischen exsudativer (durch Infektion, Trauma, Tumor, Autoimmunerkrankung, Vergiftung) und transsudativer (durch Bluthochdruck, Thrombozytopenie, Hyperviskosität, Polyzythämie, Leukose) Netzhautablösung unterschieden. Weitere Ursachen sind ein Riss in der Netzhaut (rhegmatogen) oder Zug am Glaskörper (traktionsbedingt). Durch die indirekte Ophthalmoskopie wird die Art der Ablösung diagnostiziert und wenn möglich, eine Therapie eingeleitet, was leider nicht in jedem Fall möglich ist.
Im abgelösten Zustand sterben die Zellen der Netzhaut nach und nach ab. Die abgestorbenen Zellen können sich nicht mehr regenerieren, so dass die Netzhaut blind bleibt, selbst wenn sie sich wieder anlegt. Deshalb ist es wichtig, so schnell wie möglich eine Behandlung einzuleiten.