PRA = Progressive Retina Atrophie

Fortschreitende Degeneration der Netzhaut, die mit Visus-Verlust in der Dunkelheit beginnt und mit vollkommener Blindheit endet. Es sind immer beide Augen gleichermaßen betroffen und die Krankheit ist erblich. Sie schreitet innerhalb von vielen Monaten bis Jahren fort. Die Diagnose wird durch die indirekte Ophthalmoskopie gestellt, bei der beidseits symmetrisch dünnere Gefäße (Gefäßattenuierung) und eine Hyperreflexie des Tapetum lucidum auffallen. Es sind derzeit über siebzig unterschiedliche Formen der PRA bekannt, die bei über 100 verschiedenen Hunde-Rassen auftreten. Je nach Art der Erkrankung kann die Blindheit bereits in den ersten Lebenswochen oder erst in späten Jahren eintreten. Bei einigen Arten wurde das verantwortliche Gen herausgefunden. Bei diesen kann mithilfe eines Gen-Tests herausgefunden werden, ob ein Tier frei von dem krankhaften Gen ist (homozygot normal = frei), oder das veränderte Gen in sich trägt, davon aber nicht erkranken wird sondern es nur weitervererben kann (heterozygot = Träger) oder ob das Tier tatsächlich erkranken wird (homozygot mutant = betroffen).
An einer Therapie wird seit Jahren geforscht. Derzeit ist es möglich, eine bestimmte Art der Nachtblindheit, die beim Briard auftritt ( Congenital Stationary Night Blindness) mithilfe von Gen-Therapie zu behandeln. Eine Therapie für die PRA ist aber bisher nicht möglich. Aufgrund des sehr langsamen Krankheitsverlaufes gewöhnen sich die betroffenen Tiere relativ gut an die fortschreitende Erblindung und lernen, den Verlust des Sehvermögens durch ihren Geruchssinn und das Erinnerungsvermögen an bekannte Wege auszugleichen. Oft fällt erst in neuer Umgebung auf, dass das Tier tatsächlich blind ist.