Während der Embryonalentwicklung wird die Linse von einem Gefäßnetz umgeben (Tunica vasculosa lentis), und im Glaskörper besteht zwischen der Linse und der Netzhaut ein durchblutetes Gewebe (Primärer Glaskörper = Vitreus). Beide Strukturen bilden sich normalerweise vollständig zurück (beim Hund bis zu zwei Wochen nach der Geburt), so dass sowohl die Linse als auch der Glaskörper klar sind.
Eine unzureichende Rückbildung, so dass noch trübe oder blutführende Strukturen verbleiben, wird PHTVL / PHPV genannt. Diese wird in 6 Schweregrade eingeteilt. Bei Grad 1 sind lediglich kleine dunkle Pünktchen an der hinteren Linsenkapsel vorhanden, bei Grad 6 bestehen schwere Missbildungen der Linse und des Glaskörpers ( Mikrophakie, Kolobom, starke Trübungen der hinteren Linsenkapsel, eine Persistierende Arteria hyaloidea und Blutungen).
Die fehlende Rückbildung ist erblich bedingt (z.B. Dobermann Pinscher, Staffordshire Bullterrier). Mit betroffenen Tieren sollte nicht gezüchtet werden.