Schielen = Strabismus

Abweichung der Blickrichtung von der normalen Sehachse.
Der Augapfel wird durch sechs kleine Muskeln in die unterschiedlichen Richtungen bewegt. Durch Verkürzung oder Fehlen eines Muskels kann der Augapfel dauerhaft in eine bestimmte Richtung rotiert sein. Die Fehlstellung kann angeboren sein oder sich auch im Laufe des Lebens entwickeln, z.B. durch den Abriss eines Muskels oder durch einen Nervendefekt.
Ein beidseitiges Auswärts-Schielen kann Zeichen eines Wasserkopfes (Hydrocephalus) sein. Dieser kann erblich bedingt beim Chihuahua, Pekinesen, Mops oder Boston Terrier vorkommen. Das Schielen ist in diesem Fall kein neurologisches Problem sondern resultiert von der abnormen Schädelform.
Bei Siam-Katzen wird ein Einwärts-Schielen beobachtet, das nicht mit schlechterem Sehvermögen einhergeht, sondern auftritt, weil bei den betroffenen Katzen ungewöhnlich viele Nervenfasern des Sehnerven auf die gegenüberliegende Hirnseite ziehen. Dadurch ist das Bild im Hirn anders zusammengesetzt, was betroffene Katzen durch Einwärts-Schielen auszugleichen versuchen.
Siehe auch Strabismus convergens und Strabismus divergens.